Unruhige Zeiten am Valznerweiher vor dem Spiel gegen Köln!

Hallo liebe Glubbfreunde, eine sehr unruhige Woche liegt hinter uns und den Spielern des Clubs.

17.02.2012 18:06 | Veteran

Deswegen kann ich auch nicht so einfach zur Tagesordnung, in diesem Fall das Heimspiel gegen Köln übergehen. Das Murren im Umfeld des Clubs wird lauter. Nicht nur die Fans, die nach wie vor in zwei Lager gespalten sind, diskutieren sich die Köpfe heiß. Auch das Grummeln in der Nürnberger Medienlandschaft nimmt deutlich zu.

An der momentanen Tabellensituation und an der nackten Punktausbeute kann es nicht liegen, denn es wurde schon vor der Saison der pure Abstiegskampf prognostiziert. Und wir liegen nach wie vor 4 Punkte über den Strich (Relegationsplatz). Das ist auch das Hauptargument der "Hecking-Befürworter", die damit fast jede Kritik abblocken.

Doch das ist meiner Meinung nach zu kurz gedacht. Die Sorgen der "Skeptiker-Fraktion" können nicht so einfach vom Tisch gewischt werden. Zu dürftig waren die spielerischen Leistungen unserer Truppe nach der Winterpause. Zu kläglich wurden die wenigen herausgespielten Chancen vergeben und zu unerklärlich sind die Leistungsschwankungen während der 90 Minuten. Die Angst vor einem erneuten Absturz in die zweite Liga sitzt seit den unseligen Abstiegen von 1999 und 2008 derart tief, das dagegen bei den Fans wohl nur ein 6-Punktepolster und das Gefühl einer intakten starken Mannschaft hilft. Wer diese Abstiege nicht live miterlebt hat, kann dies vermutlich nie nachvollziehen. Die Hoffnungen auf Besserung, die sowohl das Management und der Trainer als auch die Fans mit der Winterpause verknüpft hatten, haben sich bisher nämlich in keinster Weise erfüllt.

Die Ursachen sind wohl vielschichtiger als man denkt. Nach außen klar erkennbar ist die Tatsache, das Balitsch und Pinola verletzungsbedingt noch nicht ins Spielgeschehen eingreifen konnten. Dazu kommt die massive Formschwäche bei unserer gesamten Offensivabteilung. Leider wurde hier in der Winterpause entweder aus der Überzeugung von der eigenen vorhandenen Klasse, mangels passender Angebote oder beratungsresistenter Verantwortlicher nichts unternommen. Rätselhaft bleiben für den außenstehenden Fan nach wie vor die merkwürdigen Aufstellungsvarianten unseres Trainers. Da werden (zum Teil aus der Verletzungsnot geboren) auf beiden Außenverteidigerpositionen Spieler eingesetzt, die keine "gelernten" Verteidiger" sind. Entsprechend einfach war es folglich, über unsere linke Seite Tore zu erzielen. Ganz kurios wird es dann jenseits der Mittellinie. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, hier wird wahllos aus zwei Lostöpfen einmal die Position und anschließend der Spielername gezogen. Das auf diese Weise keine eingespielte Mannschaft auf dem Platz stehen kann ist eigentlich völlig logisch.

Die letzte große Rotation vor dem Augsburgspiel war allerdings der Tatsache geschuldet, das es Spieler im Team gibt, die scheinbar Probleme mit der Einstellung und der Leistungsbereitschaft haben. Keine Ahnung ob es Zufall war, aber unter den suspendierten waren zwei Leihspieler und einer, dessen Vertrag ausläuft. Sollte es eine Erziehungsmaßnahme gewesen sein, so ist diese nach meiner Meinung fast wirkungslos verpufft, denn mit den Einwechslungen zur Halbzeit hat der Trainer gezeigt, das es doch nicht ganz ohne die Sünder geht. Trotzdem ist der entstandene Eindruck fatal. Auf der einen Seite scheinbar lustlose Spieler, die meinen das man mangels interner Konkurrenz die Zügel schleifen lassen kann. Auf der anderen Seite der Trainer, der als ultima ratio die Erziehungsmaßnahmen ausspricht und dabei eine sportliche Schwächung des Kaders, mögliche Punktverluste und letztlich den Ligaverbleib gefährdet. Dazu zuletzt die Erkenntnis der Verantwortlichen, das es mit der vielgepriesenen sportlichen und charakterlichen Qualität der Mannschaft vielleicht doch nicht so gut bestellt ist, wie immer behauptet wurde.

Ein wahrer Ritt auf der Rasierklinge, denn jeder der Beteiligten spielt mit dem Feuer und der Zukunft des Vereins. Da es vermutlich völlig abwegig ist, das der Verein zum jetzigen Zeitpunkt den Trainer in Frage stellt, bleibt bei andauernder Lustlosigkeit eigentlich nur die Möglichkeit die Störenfriede auf die Tribüne zu verbannen. Das würde die angeschlagene Autorität des Trainers stärken und vielleicht den schmerzlich vermissten Jungspunden einen Weg zurück ins Team zeigen.

Doch ich bin sicher, und damit nähern wir uns dem enorm wichtigen Spiel gegen Köln, das die Spieler ihre Lektion gelernt haben. Bis zum letzten Mann sollten beim Glubb inzwischen alle begriffen haben um was es geht. Ansonsten müsste man entweder grenzenlose Dummheit oder Vorsatz unterstellen. Beides behagt mir überhaupt nicht.

Es geht also gegen die angeschlagenen Geißböcke, und ohne wieder diverse Schlagwörter zu strapazieren, muss die Möglichkeit zu einem Befreiungsschlag einfach genutzt werden. Drei Punkte sind nun mal das einfachste Mittel um die nötige Ruhe zurück zu gewinnen, ohne die ein Kampf um den Ligaverbleib aussichtslos ist. Und natürlich ist weiterhin harte und konzentrierte Arbeit bis zum letzten Spieltag erforderlich. Wer zuerst in Panik und Aktionismus verfällt steigt ab.

Beim heutigen Abschlusstraining konnte ich zumindest erkennen, dass in der Mannschaft KEINE schlechte Stimmung herrschte. Zwar kamen die Spieler in Anbetracht der Lage nicht alle mit einem Lächeln aus der Kabine, während des Trainings aber wurde gescherzt und gelacht und sich gegenseitig aufgemuntert. Das werte ich mal als Gutes Zeichen. Leider fehlte Markus Mendler. Scheinbar trainiert es jetzt nicht mal mehr mit den Profis, denn eine Verletzung hat er laut den Kiebitzen die ich gefragt habe nicht. Auch über die Aufstellung konnte ich keine Aufschlüsse gewinnen, denn Dieter Hecking verzichtete auf das übliche Trainingsspiel, sondern ließ Flanken und Torschüsse üben. Dabei gab es eine Streuung wie bei einer abgesägten Schrotflinte. Regelmäßig getroffen haben unter anderem Pekhart und Esswein.

Ich erwarte für morgen auf jeden Fall eine Antwort der Mannschaft auf die unsägliche Leistung von Augsburg. Dabei wäre es mir fast wurscht, welche Elf dies tut. Ich wünsche Balitsch auf jeden Fall einen gelungenen Einstand und hoffe, das er ins Mittelfeld die Ruhe und Erfahrung einbringt, die wir so nötig brauchen.

Folgende Aufstellung sehe ich morgen:

Schäfer, Hlousek, Maroh, Wollscheid, Feulner, Simons, Balitsch, Frantz, Didavi, Chandler, Esswein.

Ich möchte betonen das sie NICHT meiner Idealvorstellung entspricht.

Noch eins zum permanenten Understatement unserer Leitung.

Es MUSS einfach unser Anspruch sein, das wir morgen antreten und gegen Köln gewinnen. Da gibt es nix zu deuteln oder abzuwiegeln. Die Mannschaft hat die Qualität, die Kölner zu schlagen. Also Jungs, kämpft und beschert uns einen Sieg. Meinetwegen darf es auch nur ein 1:0 sein, aber zeigt, das ihr eine Mannschaft seid die es wert ist, die rot-schwarzen Farben zu tragen.

Das wünscht sich und euch Euer Veteran.

Für das CEF Peter Heider

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