FCN gegen Köln 2:1 Die Spieltagskolumne von Rainer Göllert
Jubel und grenzenlose Erleichterung nach einem hochverdienten "Big-Point-Sieg" gegen Köln!
19.02.2012 10:58 | Rainer Göllert
38.000 Zuschauer erlebten einen 1.FC Nürnberg diesmal nahezu über die volle Distanz mit Kampf, Leidenschaft und dem unbedingten Willen, diesen eminent wichtigen Dreier einfahren zu wollen!
Der Club diesmal erneut mit drei Wechseln in der Startformation: Hanno Balitsch mit ansprechenden Debüt für den gelbgesperrten Cohen, Jens Hegeler im zentralen Mittelfeld für Frantz sowie der agile Alexander Esswein für Bunjaku waren die eigentlich logischen Wechsel nach dem Augsburg-Spiel.
Von Beginn an war Nürnberg bemüht, gut in diese wichtige Partie zu kommen, während man den tiefstehenden Gästen schnell das avisierte Ziel auf einen Punktgewinn anmerkte. Lediglich Novakovic kam im ersten Durchgang zu einem eher harmlosen Kopfball, mit dem Kapitän Schäfer in seinem 400. Spiel keine Mühe hatte. (13.)
Ansonsten nur der FCN im Vorwärtsgang - vor allem über die rechte Seite mit dem über die gesamte Spielzeit immer wieder anschiebenden Feulner, sowie dem emsigen aber zunächst recht unglücklich agierenden Chandler, dem doch einige Flankenversuche missglückten.
So dauerte es bis zur 18. Minute für die erste Halbchance (Feulner) dessen Schuss vom eigenen Mitspieler (Chandler) geblockt wurde. Mit zunehmender Spieldauer gewann der Club die Mehrzahl der Zweikämpfe gegen völlig passive Kölner, die dann nach einem Standard, vor deren Gefährlichkeit Trainer Solbakken seine Elf noch eindringlich gewarnt hatte, folgerichtig in Rückstand gerieten. Nach Ecke von Hlousek wurde zunächst Chandlers Schuß abgeblockt, ehe Alexander Esswein das Leder aus 18 Metern fulminant und unhaltbar für Rensing in den Kasten jagte! Ein Klassetor in typischer Esswein-Manier! Der Club setzte nach und kam zu weiteren guten Chancen durch Pekart (33.) Balitsch (35.) und wiederum Pekart (38.) und ging mit einer
verdienten 1:0 Pausenführung in die Kabinen.
Folgerichtig ging Köln nach dem Wechsel etwas mehr Risiko ohne aber zwingende Chancen zu erspielen. Gefährlicher blieb der Club. Essweins Fernschuß (57.) rauschte knapp am Tor vorbei und Feulners Direktabnahme aus sieben Metern klärte der gute Rensing noch reaktionsschnell per Fussabwehr auf der Linie. Nahezu aus dem Nichts kamen die Gäste nach einem guten Zuspiel von der rechten Aussenbahn durch den gerade eingewechselten Albaners Roshi zum eher schmeichelhaften Ausgleich, als Novakovic das Leder in der Mitte aus kurzer Distanz mehr oder weniger über die Torlinie "stolperte" (66.)
Alle Befürchtungen des fränkischen Anhangs, das der FCN nun -wie schon so oft in dieser Saison- nach einem Gegentreffer nervös agieren würde, zerstreuten sich schnell ! Nur zwei Minuten später (68.) kam Daniel Didavi (für Hegeler) ins Spiel und machte sofort auf sich aufmerksam, als er nach feiner Einzelleistung aus 16 Metern abzog und der Ball an den linken Pfosten des Gästetores klatschte! (70.) Dies war das Signal für eine starke Schlussviertelstunde für den Club. Nur zwei Minuten später ging ein Kopfball von Tomas Pekart noch knapp über den Kölner Querbalken (72.) ehe die letzte Gäste-Chance durch Jajalo mit einer Klasse Fußabwehr von Schäfer vereitelt wurde (79.) Kurz vorher wurde Balitsch mit viel Beifall verabschiedet, für ihn kam Mike Frantz in die Partie (76.) Auch Christian Eigler kam noch zum Einsatz für Timothy Chandler (82.)
Schließlich belohnte sich der Club mit seinem diesmal unbändigen Siegeswillen doch noch: Einmal mehr war es der wieselflinke Alexander Esswein, der mit einer feinen und gut getimten Flanke Tomas Pekart bediente, der tschechische Nationalstürmer sich geschickt gegen Geromel durchsetzte und per Kopf mit seinem 5. Saisontreffer unhaltbar zum vielumjubelten 2:1 einnickte! Kurz vor Schluß verwehrte der Querbalken dem Siegtorschützen einen Doppelpack!
Nach der gut gelösten "Hausaufgabe" der Cluberer zeigten die restlichen Ergebnisse endlich den durchaus erwarteten "Befreiungsschlag" womit der FCN mit nunmehr 25 Punkten auf Platz 12 kletterte und die Distanz zu den Abstiegsplätzen auf sieben Punkte sowie auf Tabellenplatz 15 (Berlin) um fünf Punkte vergrößerrn konnte. Köln und Mainz (jeweils 24 Punkte) wurden überholt. Wie eng die Liga ist, zeigt der Abstand des
Clubs auf Platz 8 (Wolfsburg, 27 Punkte, die ja heute noch auf Schalke antreten müssen)
Für mich ein Indiz, das in dieser Saison möglicherweise schon 34 bis 36 Punkte zum direkten Klassenerhalt reichen könnten.(?) Wichtig ist aber auch jetzt nicht nachzulassen. Der Trainer verweist nach dem Spiel zurecht darauf, das man jetzt zwar mit etwas mehr Ruhe weiterarbeiten kann aber noch viele knallharte Spiel warten. Dies gilt natürlich aber auch für unsere "Konkurrenz" von denen derzeit vor allem Freiburg aufhorchen läßt, für die durchaus mehr als das respektable 0:0 gegen die Bayern möglich war. Nur wissen wir zu gut, das man mit Remis-Ergebnissen mehr oder weniger auf der Stelle tritt.
Über diesen tollen 22. Spieltag hinaus freue ich mich wieder mit gewachsener Zuversicht auf die nächsten Spiele -nicht zuletzt deshalb- weil unser an diesem Tag bester Spieler Alexander Esswein eindrucksvoll bewiesen hat, das er aus dieser Truppe für mein Gefühl nicht mehr weg zu denken ist. Aber noch mehr freut es mich für den wochenlang viel zu sehr kritisierten Tomas Pekart, der sich -mit großem Laufpensum immer in den Dienst der Mannschaft stellend- endlich wieder einmal selbst belohnt hat.
Mit seinen bislang stets wichtigen und mittlerweile fünf Saisontreffern (plus vier Torvorlagen) sollten auch die unsäglichen Diskussionen über die hohe Ablöse endlich beendet sein!
Zuletzt wurden wir Kolumnisten teilweise kritisch von Vereinsseite gesehen. Ob zu Recht oder Unrecht lasse ich mal dahingestellt. Man sollte aber durchaus nicht überbewerten, das wir hin und wieder mal die "Finger in die Wunde legen" wenn es denn aus unserer Sicht angebracht erscheint, ohne dabei verletzend gegenüber Spieler oder Verantwortliche zu werden. Dies sollte auch künftig im CEF möglich bleiben, den davon lebt schließlich unser Forum.
Insofern schließe ich diesmal in mein Lob Trainer Dieter Hecking ausdrücklich mit ein - auch nicht zuletzt deshalb - weil er unseren sensiblen Tschechen weiter sein Vertrauen gegeben hat, Tomas hat es ihm
zurückgegeben!
Für das CEF Rainer Göllert
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