CEF Kolumnen
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Sommerpäuschen
Der Club nach dem ersten Trainingslager
Liebe Freunde, da sind sie also wieder zurück, unsere Lieblinge, zurück aus dem schweißtreibenden Trainingslager in Oberstaufen. Ein paar freie Tage wird es jetzt geben, die seien ihnen gegönnt, bevor sie am Samstag zu Mareks Abschiedsspiel auflaufen. Da bleibt kurz Zeit, die bisherigen Erkenntnisse zu sammeln und die Eindrücke der letzten Wochen zu reflektieren.
Man muss allerdings zugeben, dass noch nicht so richtig viel erkennbar ist. Deshalb waren wohl auch die Antworten von Trainer Hecking auf der Pressekonferenz am Freitag eher indifferent, erging sich doch der Trainer in allgemeinen Aussagen zu Integration, Trainingsfleiß und Organisation.
Einige Dinge konnte man allerdings schon sehen. So zum Beispiel, dass Robert Mak erneut in ansprechender Frühform durchs Trainingslager wirbelt. Dass ein Antonio sprunggewaltig und stellungssicher eine echte Option in der Innenverteidigung ist. Und dass das Gedränge im Offensivbereich zu einer kräftigen Konkurrenz um die Stammplätze führen wird.
Aber der Weg zum ersten Pflichtspiel gegen Havelse ist noch lange. Da kann man noch ein wenig spekulieren.
Fangen wir hinten an. Schäfer ist noch immer gesetzt, daran ändert sich nichts, Rakovsky wird erst im nächsten Jahr eine Rolle spielen. Hinten rechts wird es Chandler werden, Feulner hat dessen Klasse nicht, schon gar nicht als Aussenverteidiger. Links ist Pinola feste Größe. Bleibt die vorhersehbare Baustelle Innenverteidigung. Relativ sicher scheint hier derzeit nur Antonio. Klose wird wegen Olympia in der weiteren Vorbereitung fehlen, kann sich also nicht einspielen, steht zu hoffen, dass er wenigstens gesund zurückkehrt. Kamavuaka, mit Licht und Schatten, sowie Korczowski trotz guter Ansätze sind noch unerfahrener, also in der Warteschleife. Also wird wohl Nilsson der erste Versuch werden, der aber, ohne Bundesligaspielpraxis und am Samstag mit muskulären Problemen schon wieder außer Gefecht, schon jetzt wegen mangelnder Schnelligkeit in der Kritik steht.
Nicht zuletzt wegen der Entwicklung bei der EM, aber auch weil der Trend schon vorher in diese Richtung ging, wird der Club in dieser Saison auf mehr Mannschafen treffen, die mit zwei Spitzen antreten. Selbst die Bayern dürften ihr System mit nunmehr Mandzukic, Pizarro Müller und Gomez umstellen. Das wird eine interessante Geschichte, insbesondere wenn aus dem Halbfeld schnelle Stürmer mit in die Räume gehen. Man muss kein Prophet sein, um zur Entwicklung in der Innenverteidigung des Clubs die ganze Bandbreite der Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, von kräftigem Wechselspiel bis hin zu einer Nachverpflichtung im Winter.
Das defensive Mittelfeld ist wohl mit Balitsch und Simons belegt, je nach Gegner kann es hier zusätzlich eine Defensiv- und eine Offensivvariante geben, bei der zweiten kommt die Raute ins Spiel, eine Chance auch für Hlousek nach Genesung. Offensiv gibt es Fragezeichen. Kyotake, noch voll im Saft der J-League stehend, gab während seiner Stippvisite eine gute Vorstellung ab. Bleibt abzuwarten, wie lange er nach einer Saison ohne Pause durchhält. Ersatz bzw. Ergänzung ist Gebhardt, bisher mit guten Ansätzen, aber noch lange nicht in der Funktion eines Spielmachers.
Überhaupt wird sich erst nach der Rückkehr von Pekhart zeigen, wie man in Zukunft die Angriffsformation aufstellen will. Der Club möchte mit sicherem Passspiel mehr Ballbesitz und mehr Spielgestaltung erreichen. Und er will variabler sein. Das bedeutet, dass man auch in Nürnberg die letzte Saison schnell wieder auf die Seite gelegte Variante mit zwei Spitzen neu ausprobieren wird, um zusätzlich über diese taktische Möglichkeit zumindest zu verfügen.
Das kann vieles bedeuten, am wahrscheinlichsten Esswein links neben Pekhart, Kiyotake und Gebhard dahinter. Und dann folgt eine ganze Reihe mit all den Jungen, von denen wir so viel erwarten. Mak, Polter, Mendler, Wießmeier, Klement, Ngankam, eventuell auch Gärtner oder George aus der U 23. Zumindest einer, besser zwei von ihnen sollten es schaffen, das wäre nicht nur wichtig für die Zukunft des 1.FCN sondern auch ein weiteres Signal, dass unverändert gute Arbeit mit jungen Leuten beim Ruhmreichen stattfindet.
Es gibt also eine Menge Möglichkeiten, die nächsten Wochen werden genauer zeigen, wohin die Reise geht. Auf dieser Reise müssen Stabilität, Kombinationssicherheit und Torhunger allerdings noch etwas zunehmen, damit sich eine Formation findet, die gut gewappnet in die neue Saison starten kann.
Zunächst aber ein fröhliches Fest am Samstag, mit einer stimmungsvollen Atmosphäre, das wünscht uns, unserem Club und unserem Marek
Euer Altmeister
Für das CEF Nürnberg Manfred Schmid
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